Modell des ET 188 701 auf der Drehscheibe Haltepunkt Obstfelderschmiede (Bild: Verein)

1. Rudolstädter Modellbahnclub e.V.

Modellbahnanlage in der Spurweite H0       (Stand: 26.04.2017)

Vorbild der Anlage:

Bahnstrecke (Flachstrecke) Lichtenhain - Cursdorf als Winteranlage new r

Bergbahn als Teilstück der Strecke Rottenbach-Katzhütte. Auch als Einzelanlage zur Ausstellung möglich

Anlagen-Steckbrief:

Modulbauweise in Segmenten + Bahnhofsmodulen

    • Maße: Länge pro Segment/Modul jeweils 1,40m
      • Länge „Bahnhof Lichtenhain“ --> 2,80m
      • Länge „Haltepunkt Oberweißbach-Deesbach“ --> 2,80m  Schild Hp Oberweibach Deesbach klein
      • Länge "Bahnhof Cursdorf" 2,80m  new r
      • Breite 0,40m (0,60m erstes Segment Lichtenhain)
    • System: Zugbetrieb digital, Weichen digital
                   Zubehör mit Gleichstrom/Wechselstrom
    • Epoche: III, Mitte der 60er Jahre

Maße: Länge pro Segment/Modul jeweils 1,40m

Segmentbauweise in einer Ebene

             

    • Gleisanlage unterteilt in Haupt- und Nebengleis sowie einer Ladestraße für den Güterumschlag
    • Hauptgleis für Durchgangsverkehr
    • Nebengleis für Rangierbetrieb/Ladestraße

Gesamtlänge der Anlage Flachstrecke: 8,40m (Stand: 02/2017)

Bilder von der Anlage finden Sie hier.

Die Modellbahnanlage wurde dem Original angepasst. Grundlage für die noch im Bau befindliche Anlage dienen Gleispläne, zeitgenössigen Fotografien und Originalzeichnungen.

Zur Gestaltung der Anlage und der Gebäude, mit dem Bahnhofsgebäude als Kernstück, wurden Vermessungen mit Zollstock und Bandmaß durchgeführt.

Die Umsetzung aller Maße in den Maßstab der Spurweite H0 (1:87) bilden die Grundlage für den Bau von Gebäuden und der Landschaftsgestaltung.

Geschichtliches zur Strecke

Seit im Jahr 1900 die Schwarzatalbahn in Betrieb gegangen war, nahm die wirtschaftliche Entwicklung dort einen rasanten Aufschwung. Die Hochebene mit den Orten Lichtenhain, Oberweißbach, Deesbach und Cursdorf waren jedoch davon ausgeschlossen. Eisenbahn im Schwarzatal und Eisenbahn in Neuhaus, aber keine von beiden bei schlechtem Wetter erreichbar.(Quelle: OBS)

Wie schwierig die Verhältnisse waren, beschreibt am besten das folgende Zitat aus dem Jahre 1924 :

"Die Kuh- und Pferdefuhrwerke von und nach der nächstgelegenen 10 - 12 Kilometer entfernten Eisenbahnstation Sitzendorf wurden immer kostspieliger. Im Winter, bei den schlechte Witterungs- und Wegeverhältnissen war oft monatelang ein geregelter Fuhrverkehr nach dem Tal unmöglich. Die Bewohner waren dann vielfach gezwungen, eintreffende Ladungen Kohlen, Futtermittel usw., obwohl sie sehr dringend auf der Höhe benötigt wurden, im Tal zu versteigern. Wettbewerb und Entwicklung der bereits bestehenden Industriezweige (Sägewerke, Porzellanmalereien, Glasbläsereien, Glühlampen- und Thermometerfabrikationen, Herstellung Thüringer Arzneimittel usw.) waren unter diesen Umständen kaum möglich"

(Originaltext aus der Beschreibung der Oberweißbacher Bergbahn, herausgegeben von Ingenieur Timpe, Betriebsleiter und Vorstand der Oberweißbacher Bergbahn AG im Jahre 1924)

Anfang 1919 erhielt die Eisenbahndirektion Erfurt einen Antrag aus Oberweißbach, in dem um die Herstellung eines Bahnanschlusses dringend gebeten wurde. Man legte den Interessenten nahe, mit dem Regierungs-Baumeister Bäseler zunächst privat in Verbindung zu treten und sein Urteil über ein möglichen Bahnanschluß einzuholen. (Quelle: Prof. Dr. Ing. Bäseler – Die Entstehung der Oberweißbacher Bergbahn [Lokmagazin 26/1968])

Sodann erfolgte unter dessen federführender Mitarbeit die Ausarbeitung des Projektes.

Die vier Gemeinden Lichtenhain, Oberweißbach, Deesbach und Cursdorf gründeten im Juni 1919 die Oberweißbacher Bergbahn-AG. Als eine der führenden Geldgeber beteiligte sich die Stadt Rudolstadt mit 300.000 Mark am Aktienkapital und mit einem verlorenen Zuschuß von 250.000 Mark.

Bereits Anfang September 1919 begannen die Erdarbeiten an der Flachstrecke, da eine Entscheidung über eine Zahnradbahn oder Seilbahn noch ausstand. Dafür wurden bis zu 300 Arbeitslose zu sogenannten Notstandsarbeiten verpflichtet.

Die einmalige Situation, es herrschte Inflation, führte dazu, dass bereits bewilligtes Geld weg war, bevor Lieferfirmen die Aufträge erhielten. Das bewog die Gemeinden Notgeld drucken zu lassen.

Im Herbst 1919 war die Entscheidung zu Gunsten der Seilbahn entschieden und bereits im November 1919 waren auch diese Pläne fertig und nachfolgend genehmigt! (Quelle: Prof. Dr. Ing. Bäseler – Die Entstehung der Oberweißbacher Bergbahn [Lokmagazin 26/1968])

Holz für die Bahnbauten, die Masten und Schwellen kam aus den umliegenden heimischen Wäldern der Gemeinden.

1921 erfolgte die erste Probefahrt auf der Flachstrecke. Mit der feierlichen Eröffnung im März 1923 war auch die Seilbahn fertig und die Strecke konnte komplett betrieben werden.

Bis 1966 wurden auf der Bergbahn Güterwagen im Regelverkehr befördert. Dann wurde auf die Straße verlagert, denn inzwischen waren die Straßen besser und die Lkw's leistungsfähiger.

Heute ist die Strecke das touristische Ziel der Region und die „...Eisenbahn, die von einem geeigneten Punkt der Schwarzatalbahn Rottenbach-Katzhütte, voraussichtlich unweit Obstfelderschmiede, abzweigt, mit Steilrampe die Höhe erklimmt und durch die Bahnhöfe für Lichtenhain, Oberweißbach und Cursdorf-Deesbach dem Personen- und Güterverkehr dieser Orte und Ihrer Umgebung dienen soll.“ (Auszug aus dem §2 des Gesellschaftervertrages der Oberweißbacher Bergbahn AG vom Juni 1919)